Mit einer Arbeitsprobe die richtige Führungskraft auswählen

Ralf Mathiesen Blog

Den richtigen Mitarbeiter aus Bewerbern auszuwählen ist ja schon schwer genug, gerade in Zeiten des demografischen Wandels. Das gelingt aber meist gut durch eine Kombination aus intelligentem Auswahlgespräch und einer Arbeitsprobe, in der der Bewerber zeigen kann, ob er/sie die Tätigkeit als Mitarbeiter kompetent ausüben kann.

Arbeitsproben auch bei bei Führungskräften? 

Die Auswahl der falschen Führungskraft kann mit Gehalt, Abfindung und vor allem der Auswirkung auf das Geschäft auch bei KMU leicht eine 6-stellige Summe kosten. Nur dem Lebenslauf, Zeugnissen und dem eigenen Bauchgefühl im Auswahlgespräch zu vertrauen kann also ein sehr kostspieliger Fehler sein. Um die Wahrscheinlichkeit einer guten Entscheidung deutlich zu erhöhen, möchte ich Ihnen die Arbeitsprobe für Führungskräfte nahe bringen: das Rollenspiel.

Führungssituation simulieren

Sie wollen ja wissen, wie kompetent dieser Bewerber seine Mitarbeiter führen wird. Also simulieren Sie eine schwierige Situation mit einem Mitarbeiter. Der Bewerber erhält zu seiner Vorbereitung die schriftliche Beschreibung einer konkreten Führungssituation: z.B. ein Mitarbeiter lässt in der Leistung nach, ist oft unpünktlich, die Kollegen munkeln, da ist Alkohol im Spiel, Kunden beschweren sich etc. – und somit muss ein Gespräch her, in dem der Bewerber die Rolle der Führungskraft übernimmt.

Ein Rollenspieler spielt den Mitarbeiter: der ist sich natürlich keiner Schuld bewusst und wird erst einmal alles abstreiten… Dieser Rollenspieler muss übrigens kein Profi sein, dass kann eigentlich fast jeder mit einer guten Rollenbeschreibung und der richtigen Einstellung.

Gespräch auswerten

Sie und ein zweiter Beobachter sitzen dabei mit im Raum, machen sich Notizen und bewerten dann das Gespräch. Aus dessen Dynamik kann man viel erkennen: übernimmt Ihr Bewerber unternehmerische Verantwortung? Engagiert er sich im Gespräch für die Qualität der Leistung des Unternehmens? Wie ist das Kommunikationsverhalten – freundlich, guter Blickkontakt, aktiv zuhörend und das Gespräch steuernd? Werden Lösungen für die Probleme erarbeitet? Hat dieses Mitarbeitergespräch Konsequenzen wie eine gemeinsame, nachvollziehbare Vereinbarung oder ist es eher „gut, dass wir darüber gesprochen haben“?

Wenig zeitlicher Aufwand, großer Nutzen

Der zeitliche Aufwand ist gering: 15 Minuten für den Bewerber zur Vorbereitung auf das Gespräch, maximal 15 Minuten für das Gespräch und dann noch ein paar Minuten zum Abgleich der Bewertungen durch die Beobachter – Glauben Sie mir, dass ist wertvoll investierte Zeit für eine gute Entscheidung!

*Es ist immer sowohl die männliche, weibliche und diverse Form gemeint und auch angestellte Führungskräfte gelten als Mitarbeiter.

 

Autor: Ralf Mathiesen, TAB Berlin-City

Als Partner von The Alternative Board unterstützt Ralf Mathiesen Firmeninhaber und Geschäftsführer bei den Herausforderungen ihres Unternehmensalltags. Insbesondere schlägt sein Herz für das Thema Personalgewinnung: Unternehmen in die Lage zu bringen, als attraktiver Arbeitgeber einfach die richtigen Mitarbeiter selber zu gewinnen.

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