Digitalisierung muss Hauptthema für Unternehmer sein

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Wie Unternehmerinnen und Unternehmer bei der Digitalisierung genau die 4 Bereiche in den Blick nehmen, auf die es wirklich ankommt.

Digitalisierung im Unternehmen: Jeden Tag hört und liest man dazu in unterschiedlichen Zusammenhängen. Neue Technologien kommen, Unternehmen benötigen neue Mitarbeiter. Neue Geschäftsmodelle müssen entwickelt werden, der Weg des Kunden zum Produkt – die sog. “Customer Journey” –  muss digitalisiert werden und vieles mehr.

Es geht um viel mehr als Technik

Viele Unternehmerinnen und Unternehmer fragen sich, was das für sie und ihr Unternehmen bedeuten könnte. In vielen Fällen stürzt man sich auf technische Themen, da diese vermeintlich einfacher erscheinen. Es ist ein Informationsdickicht, in das man versucht, seine Schneisen zu schlagen.

Welche Konsequenz hat die Digitalisierung für mein Unternehmen?

Der erste und  schwierigste Schritt ist: stelle ich mich dieser Herausforderung und prüfe ich ernsthaft wo die Chancen und Risiken für mich und mein Unternehmen liegen? Können wir wirklich so weitermachen wie bisher, bloß weil wir damit in der Vergangenheit erfolgreich waren?

Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Jede Unternehmerin, jeder Unternehmer muss für sich diese Fragen beantworten. Dabei gelten meiner Meinung nach zwei Prämissen:

  • Ausgetretene Pfade, auch wenn sie bequem sind, führen dabei nicht in die Zukunft.
  • Mut und Entschlossenheit sind gefordert um die neuen Pfade zu gehen.
Die Auseinandersetzung mit dem bisherigen Geschäftsmodell ist der Start

Stellen Sie sich die folgenden Fragen:

  • Ist das Modell für die Kundenbedürfnisse noch nachhaltig überlebensfähig?
  • Wer oder was sind die Treiber im Markt? Dabei ist nicht der klassische Wettbewerber gemeint, der vielleicht eine weiteres Produkt oder Dienstleistung im Angebot hat. Es sind  vielmehr Wettbewerber, die sich in anderen Bereichen als disruptiv und erfolgreich erwiesen haben; z.B. Amazon oder Alibaba und andere mehr.

Anregungen aus anderen Branchen, Gespräche mit sog. “Digital Natives” oder Start-up Unternehmern  werden zu neuen Ein- und Ansichten und Ideen führen. Dabei sind diejenigen gut dran, die mit Kolleginnen und Kollegen in einem TAB Unternehmerboard Ihre Gedanken austauschen und erörtern können. Auf jeden Fall braucht man Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner, die kein wirtschaftliches Interesse am Ergebnis haben.

Wenn im Rahmen dieses Prozesses die Entscheidung gereift ist, das Geschäft in Frage zu stellen, obwohl man damit bisher erfolgreich ist, sollte sich der Unternehmer zuerst an sein Team wenden.

Was bedeutet der Wandel für die Mitarbeiter?

Muss ich mich verändern? Habe ich noch einen Arbeitsplatz in der Zukunft? Diese andere Fragen erwarten ehrliche und respektvolle  Antworten des Unternehmers, dem dabei eine besondere Vorbildrolle hinsichtlich seiner Beharrungskräfte zukommt. Die entsprechenden Werkzeuge der Kommunikation und des Veränderungsmanagements  müssen dabei – eventuell auch mit externer Hilfe – verwendet werden.

Alt und Neu parallel

Hat sich die Unternehmerin bzw. der Unternehmer entschieden, ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln, muss einerseits das Standardgeschäft  weitergeführt und parallel Neues ausprobiert werden. Gleichzeitig müssen diese Bereiche getrennt geführt werden. Das Neue wird dabei in einem „geschützten“ Raum umgesetzt. Oft ergeben sich dabei zwei Problembereiche:

  1. Kannibalisiere ich mit dem neuen Geschäftsmodell mein Standardgeschäft?
  2. Habe ich die passenden Mitarbeiter bzw. wo finde ich Mitarbeiter, die  diese Transformation umsetzen? .

Start-up-Unternehmerinnen und -Unternehmer haben diese Problematik des Aufgebens bestehender Strukturen nicht und haben in dieser Phase daher klare Vorteile.

Die entscheidende Rolle der Unternehmerin / des Unternehmers bei der Digitalisierung ist mir bei den nachfolgenden Themen deutlich geworden:

  • In TAB-Boards trifft man auf Unternehmerinnen und Unternehmer, die diese Dinge einfach umsetzen und zeigen, dass es geht.
  • In Orten wie dem Tech Quartier in Frankfurt, stellvertretend für ähnliche Einrichtungen für Gründerinnen und Gründer,, kann man diesen neuen Geist erleben und inspirierende Gespräche führen.
Auf diese 4 Bereiche kommt es jetzt an:
  1. Digitalisierung ist keine Frage für die IT-Abteilung: Digitalisierung ist ein Thema für Unternehmerinnen und Unternehmer und deren Zukunftsstrategie, da hier Entscheidungen über die Zukunft des Unternehmens getroffen werden (z.B. neue Geschäftsmodelle) müssen.
  2. Das Team zukunftsfähig machen: Mitarbeiter-Weiterbildung im Bereich Digitalisierung  und agilen Methoden ist ein Kernthema. Dabei geht es auch um praktische Anwendungen. (learning by doing)  oder Reverse Mentoring: Hier coachen „Digital natives“  erfahrene Mitarbeiter in den neuen Methoden.
  3. Neues Führungsverständnis: Der Wandel der Unternehmenskultur mit Stärkung der Eigenverantwortlichkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfordert ein neues Führungsverständnis.
  4. Investitionen in neue Technologien: Dieses Muss rundet die anstehenden Herausforderungen ab..

Wer sich mit der Umsetzung für Ihr Unternehmen befassen will,  empfehle ich das Buch: „In einem Jahr digital“ von Ömer Atiker; hier bekommt man eine umsetzungsorientierte  Wegbeschreibung durch die digitale Transformation.

Digitalisierung ist nicht verhandelbar:

Was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert, das ist das Credo des Digitalisierungs-Experten  Karl Heinz Land (neuland.digital). Machen Sie sich auf den Weg – tauschen Sie sich mit anderen Unternehmern über erfolgreiche Zukunftsstrategien aus.

Autor: Dr. Thomas W. Büttner, TAB Frankfurt-West  

 

 

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