6 Fehler, die Unternehmer lieber vermieden hätten

TAB The Alternative Board Blog

Als Unternehmer mit Führungsverantwortung sind Sie auch einigem Druck ausgesetzt. Neben dem Erfolg Ihres Unternehmens lastet auch noch viel Verantwortung für ein positives Arbeitsumfeld auf Ihnen: Sei es die die Zusammenarbeit zwischen Teams und anderen Führungskräften zu fördern, Mitarbeiter zu motivieren und natürlich Probleme lösen. Fehler sind da unvermeidlich, besonders in der Anfangszeit als Unternehmer und als Führungskraft.

„Alle Menschen machen Fehler, aber nur weise Männer lernen aus ihren Fehlern.”

Winston Churchill liegt auch heute noch mit dieser Aussage richtig. Glücklicherweise verfügen wir bei TAB über das weltweit größte Netzwerk von Unternehmern aus dem Mittelstand, die bereit sind, ihre Sichtweise auf die Fehler ihrer Anfangsjahre zu teilen, damit Sie sie nicht wiederholen müssen. Lesen Sie hier sechs Einblicke aus der TAB Community: 

Gute Freunde im Unternehmen

Mein erstes Unternehmen gründete ich mit einem sehr guten Freund. Ich dachte, die Vertrauensbasis und die Tatsache, dass wir ähnliche Interesse haben, erleichtert die Umsetzung unserer Ideen. Tatsächlich fiel es mir dadurch besonders schwer, konsequente unternehmerische Entscheidungen zu treffen, die ihn betrafen. Außerdem gelang es uns nicht mehr, das Geschäftliche aus unserer persönlichen Freundschaft herauszuhalten. Letztendlich führte unsere Freundschaft zu einem Schrecken, der mehrere Jahre dauerte, anstatt schnell eine Schlussstrich unter unserer Zusammenarbeit zu ziehen. Es wurde dadurch geschäftlich wirklich schwierig und unsere Freundschaft zerbrach letztendlich daran. Ich habe es oft erlebt, dass aus dem beruflichen Umfeld tolle Freundschaften entstanden sind, umgekehrt werde ich diese Erfahrung nicht mehr wiederholen.

Werner Schweitzer / TAB Wien

Als Unternehmerin alles alleine zu machen

Nach Studium, etlichen  Jahren Berufserfahrung als Angestellte, einigen freiberuflichen Schritten sowie inzwischen zweifache Mutter gründete ich eine eigene Tanzschule in einer kleineren Stadt bei Dresden. Ich schrieb meinen Businessplan, bekam ein Darlehen zum Ausbau des Gebäudes, erstellte Werbeflyer und schrieb an die Presse. Und legte los. Nach einem Jahr trafen sich wöchentlich rund 300 Menschen im Alter von 3 bis 83 Jahren bei mir zum Unterricht, die ich, bis auf einige Spezialkurse, alle selbst unterrichtete – etwa 6 Stunden Training täglich. Ich erarbeitete außerdem sämtliche Choreografien, kümmerte mich um Auswahl und Schnitt der Musik, um die Organisation von Auftritten und Veranstaltungen bis hin zum Putzen, zur Buchhaltung und zum Nähen von Kostümen oder Requisiten. Kein einziges Mal kam ich auf die Idee, anderer Menschen Mitarbeit zu beanspruchen. Warum? Das weiß ich heute nicht mehr. Nach acht Jahren musste ich die Tanzschule aufgeben, weil ich in einem Burn Out gelandet war. Wer das liest, wird vielleicht sagen: Das war ja klar! Meine Erkenntnis daraus: Hätte ich damals eine Runde von UnternehmerInnen gehabt, die mich monatlich kritisch befragt hätten, was ich da eigentlich tue, wäre die Sache auf andere Beine gestellt und damit langfristig erfolgreich geworden. 

Anne Pietag / TAB Dresden

Einen Kunden um alles in der Welt halten zu wollen

Es geht um einen jungen Unternehmer, der gerade im Begriff war, aus dem Angestelltenverhältnis durch die Überschreibung der Firma zum Inhaber zu werden. Nach zweimonatiger Klärungsphase kam er in mein Unternehmer Board und konnte mehrere Themen erfolgreich lösen. Als er sich selbst zurückzog und seine Firma vorübergehend  in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet, wollte ich ihm unbedingt helfen und mit allen Mitteln halten. Ich ging davon aus, ihn dadurch zu binden, was letztlich nicht gelang. Ich war richtig enttäuscht darüber, dass ich durch meinen Einsatz keinen Bonus in unserer Geschäftsbeziehung erarbeitet hatte. Mein Fehler war es, meine eigene emotionale Bindung zu meinem Kunden als Grundlage für seine Loyalität zu sehen. 

Walter Spitzner / TAB Marburg-Biedenkopf und Waldeck-Frankenberg

Ein Unternehmen nur mit Geschäftspartner gründen

Bei meinem ersten Anlauf als Unternehmensgründer vor vielen Jahren war ich der Meinung, dass ich diesen Schritt unbedingt mit einem Partner an meiner Seite vollziehen müsste. Ich hatte die Vorstellung, dass ich alleine diese große Aufgabe kaum schaffen würde. Nachdem ich endlich einen Mitgesellschafter gefunden hatte und wir zu zweit starteten, stellte sich relativ rasch heraus, dass wir bei vielen Grundsatzentscheidungen unterschiedlicher Meinung waren und unsere Positionen nicht unter einen Hut bringen konnten. Das gemeinsame Abenteuer war dann zum Glück rasch und ohne großen Schaden wieder zu  Ende. Beim zweiten Mal konzentrierte ich mich auf meine eigenen Stärken und Ziele und vollzog den Schritt ins Unternehmertum alleine. Damit behielt ich mir die maximale Flexibilität bei meinen Entscheidungen und konnte mich komplett auf die Umsetzung meiner eigenen Vision fokussieren. Um effizienter agieren zu können hole ich mir natürlich bei Bedarf Unterstützung von Fachexperten und Gleichgesinnten aus meinem Netzwerk, tue dies aber gezielt und ohne mich in meiner unternehmerischen Freiheit beeinträchtigen zu lassen.

Dr. Georg Musil / TAB Wien

Eigene Selbstüberschätzung, Dominanz, „laut“, abgehoben

Am Anfang meiner unternehmerischen Karriere, so mit Ende 20, war ich beruflich erfolgreich, gut ausgebildet und kam frisch aus der Unternehmensberatung und dem Verlag. Als Unternehmer/Geschäftsführer mit Gesamtverantwortung auch für ca. 35 Leute war ich, auch aus heutiger Sicht, zumindest „speziell“. Ich hielt mich für besser als alle Anderen, machte lieber alles alleine, statt die Leute einzubeziehen und zu entwickeln. Ich war zu dominant und laut. Ich war ein typischer Einzelkämpfer, der viel zu operativ war und für strategische Dinge wenig Zeit hatte. Für meine Mitarbeiter und ihre Bedürfnis nach Orientierung und Führung hatte ich weder ein Ohr noch die Empathie. Das Ergebnis war letztlich viel zu viel Arbeit und Reibung. 

Prof. Dr. Frank Winnenbrock / TAB Essen

Alleiniger Fokus auf Neukunden und Umsatz 

Es gab eine Phase in meinem Unternehmerleben, da habe ich mich komplett auf darauf fokussiert, neue Kunden zu finden, um mehr Umsatz zu machen. Im Ergebnis arbeitete ich teilweise mit Menschen zusammen, die meine Leistung nicht wirklich schätzten. So konnte auch keine gute Vertrauensbasis zustande kommen. Im Ergebnis wurden Zusagen oder Termine nicht eingehalten und die Zusammenarbeit war sehr ineffizient. Jetzt habe ich mich entschieden, den Begriff Klarheit viel mehr in den Vordergrund zu stellen. Von daher überlege ich jetzt immer, ob ich einen Auftrag annehme und Spaß dabei habe, oder ihn bewusst ablehne. Dies führt dazu, dass ich jetzt mit den richtigen Menschen zusammenarbeite. Der Umsatz kommt dann von alleine. 

Carlos Fladenhofer / TAB Limburg, Rheingau

Unternehmerboards sind eine ideale Plattform, um sich über anstehende Entscheidungen intensiv unter Gleichgesinnten auszutauschen und manchen Unternehmerfehler zu vermeiden. Hier erfahren Sie mehr:

 

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