6 Impulse für unternehmerische Führung in den Zeiten der Krise

TAB The Alternative Board Blog

Kurzarbeit, Kündigungen, Auftrags- und Finanzierungsprobleme: Der Druck, unter dem Unternehmer derzeit folgenschwere Entscheidungen treffen müssen, war noch nie so hoch. Dass diese Krise auch eine Bewährungsprobe für gute Führung ist, zeigt sich nicht zuletzt beim Austausch der TAB-Unternehmer in den aktuellen Board-Meetings. Wir haben wesentliche Erkenntnisse der TAB-Führungskräfte im Überblick. Hier gibt es 6 Impulse dafür, wie Unternehmer jetzt Führungsstärke unter Beweis stellen können.

1. Klar und berechenbar sein

Unsichere Zeiten machen sensibel. Die Aufmerksamkeit der Belegschaft richtet sich nun besonders kritisch nach oben, wo zu Krisenzeiten vieles festgestellt und im Zweifelsfalle negativ gedeutet wird. Die Gerüchteküche ist rasch angeheizt, der Flurfunk lauter und Aufgaben treten in den Hintergrund. Ein Phänomen, dem sich vorbauen lässt: Chefs, die klar aussprechen, was sie wissen, oder eben nicht, lassen keine Interpretationsspielräume. Mitarbeiter wollen wissen, was in welchem Zeitraum auf sie zukommt. Und haben auch Verständnis für ein „Das weiß ich leider gerade auch nicht“. Wer Klartext spricht und die Karten auf den Tisch legt, ist berechenbar und wird mit Vertrauen und Unterstützung seines Teams honoriert.

2. Betroffene zu Beteiligten machen

Viele Unternehmer schauen gerade täglich in die erwartungsvollen Gesichter ihres Teams. Und dort stehen Fragezeichen, sind Angst und Unsicherheit zu lesen. Gut beraten ist, wer seine Mitarbeiter jetzt von der Zuschauerbank holt. Wer eine Aufgabe hat und zum Gestalter wird, kann Entscheidungen besser mittragen. Wer gefragt und aufgefordert ist, kommt ins Tun, legt Ängste ab und wächst als Teil der Gemeinschaft an dieser Situation. 

3. Mit Empathie in Führung gehen

Viele Unternehmer sind plötzlich auch Mediator und Kummerkasten ihrer Mitarbeiter. Das ist gut so, denn wer sich als Mensch zeigt und den Befürchtungen seines Teams mit ehrlichem Verständnis begegnet, kann akzeptable Lösungen auf den Weg bringen. Keine Frage, Empathie ist die Tugend der Krise. Doch bedeutet dies keineswegs, dass Ziele sang- und klanglos geänderten Rahmenbedingungen zum Opfer fallen. Sondern viel mehr, unternehmerische Vorhaben mit flexiblen Arbeitszeiten, Homeoffice, Kinderbetreuung und Co. in Einklang zu bringen. Die Krise wirkt wie ein Brennglas, unter dem sowohl unternehmerische Werte als auch Führungsqualität bestehen müssen. Und so gesehen sind empathische Chefs die klugen Strategen der Stunde.

4. Positiv bleiben, erreichbare Ziele setzen 

Der Blick auf ferne unternehmerische Ziele ist derzeit meist getrübt. Wohin die Reise geht, ist längst nicht mehr so klar wie vor ein paar Monaten. Zu Krisenzeiten fühlen sich Menschen rasch machtlos und ausgeliefert. Seinem Team nun eine schlechte Botschaft nach der anderen zu senden, führt geradewegs in die kollektive Demotivation. Führung muss Menschen jetzt Halt geben und mit Handlungsfähigkeit ausstatten. Legen Sie gemeinsam kleine Ziele fest, auf die sich mit vereinten Kräften hinarbeiten lässt. Was können wir den nächsten 7 Tagen erreichen? Was sollten wir tun, um diese Krise zu meistern? Auf dem Weg zu überschaubaren Zielen stellen sich kleine Erfolge ein. Erreichbares in Sichtweite bringt Dynamik ins Spiel und Aktivität zum Fließen.

5. Kommunikation mit Feinschliff

Schwierige Gespräche werden per Videokonferenz von einem Homeoffice ins andere nicht einfacher. Gerade in der digitalen Kommunikation lauern jede Menge Fallstricke und Störungspotenzial.  Körpersprache lässt sich oft schwer deuten, Gesagtes wird verzögert übertragen. Vor diesem Hintergrund sollten Führungskräfte unmissverständlich und im Zweifelsfalle überdeutlich agieren. Nonverbale Signale verdienen große Beachtung. Wichtige Botschaften müssen im Einklang mit Mimik und Gestik stehen und dürfen durchaus wiederholt werden. 

6. Besonnen entscheiden

Chefs spielen gerade an allen Fronten Feuerwehr. Doch sollte gerade in Krisenzeiten Intuition nicht die Oberhand gewinnen. Denn im unmittelbaren Überlebensmodus müssen erst recht alle Entscheidungen vor der Frage nach langfristigen Auswirkungen bestehen. Wer sich zur Besonnenheit zwingt und die nötige Zeit für Entscheidungen zugesteht, ist gut beraten. Der Blick auf Daten und Prognosen ist stets eine faktenreiche Grundlage für die nächsten Schritte. Auch der Austausch mit Mitarbeitern oder Kunden erweitert die Perspektiven auf dem Weg zu fundierten Optionen.

Notfallplan hin, Krisenszenario her:

Auf die aktuelle Situation war kein Unternehmer vorbereitet. Gute Führung war noch nie so gefragt wie jetzt. Fundierten Austausch auch dazu finden Unternehmer im Kreise unabhängiger Sparringspartner. Bei TAB, The Alternative Board, vernetzen sich seit 30 Jahren weltweit tausende Unternehmer, die jetzt von ihrer gemeinsamen Stärke als besonnene Führungskräfte und kluge Entscheider profitieren. Aus dem vertrauten Netzwerk mit Gleichgesinnten schöpfen sie wertvolle unternehmerische Impulse, kreative Lösungen und finden Halt in einer kompetenten Gemeinschaft auf dem Weg durch diese Krise. 

 

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