Megatrend„WeQ“: Warum es künftig auf das “WIR” ankommt

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Von der Ich- zur Wir-Orientierung: Was unter “Car-Sharing” oder „Urban Farming“ längst bekannt ist, hält mit der “WeQ”-Bewegung auch in der Wirtschaft Einzug.  

Komplexität benötigt neue Antworten

Welcher Unternehmer kennt das nicht? Täglich neue Herausforderungen und eine immer komplexere Welt:  Vom Wandel am Markt bis zur Digitalisierung und den Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz (KI) wird hier die ganze Person des Firmenlenkers gefordert. Diese Megatrends verändern auch die Art unseres Zusammenlebens und -arbeitens sowie die Führungskultur in Unternehmen. 

In Zukunft wird wiederkehrende Arbeit digitalisiert und automatisiert. Die Arbeit wird sich grundlegend verändern. Die Hauptaufgabe wird vor allem in der gemeinsamen, kreativen Problemlösung liegen. Wir werden also zunehmend aufeinander angewiesen sein.

„Adieu, Einzelkämpfer“ 

Dieses alles ist in der Regel nicht durch Einzelhelden lösbar. Die Fähigkeit, intelligent zusammenzuarbeiten, wird zum überlebenswichtigen Faktor für persönliche Lebensqualität, zukunftsfähige Unternehmen und für eine ganze Gesellschaft. Der Managementvordenker Peter Senge meint: „Die größten Potenziale unserer Unternehmen liegen heute in der Art und Weise, wie wir zusammenarbeiten.“

Das verbirgt sich hinter der “WeQ”-Bewegung

Nach Individualisierung, Networking/Beziehungsaufbau kommt hier nun ein neuer Megatrend, der das neue „WIR“ im Blick hat. Peter Spiegel, Gründer des WeQ-Instituts  taufte diese neue Dynamik „WeQ“. WeQ steht für eine neue Qualität des Miteinanders, beziehungsweise eine moderne Wir-Intelligenz. Sie nimmt sowohl den Einzelnen ernst als auch technische Möglichkeiten, wissenschaftliche Erkenntnisse und die enormen Chancen und den Nutzen eines guten Miteinanders.

Ideen durch heterogene Teams 

Beim Blick ins Silicon Valley oder anderen Hotspots für Innovation wird deutlich, dass die bedeutendsten Neuerungen unserer Zeit in heterogenen Teams entstehen. Dort arbeiten Menschen mit diametral verschiedenen Denkweisen und unter Umständen auch radikal abweichenden Weltanschauungen. Das Ergebnis dieser Reibung und Symbiose hat eine unfassbare Anzahl an Ideen und Produkten hervorgebracht. Ein wenig ironisch mutet es an, wenn wir uns eingestehen müssen, wie viel kreativer und effektiver diese sog. “Clusterregionen” wie das Silicon Valley, Tel Aviv, Bangalore, Shanghai, Berlin oder Moskau sind, in denen sich unterschiedliche Menschen gegenseitig inspirieren und anspornen.

Diese 7 Dimensionen bestimmen WeQ:

  1. Im Kern von WeQ stehen Werte und Haltungen. Hierdurch entsteht eine Kultur, die die Entfaltung von WeQ-Potenzialen in einer Organisation erst möglich macht. Dazu zählen Wertschätzung, Aufrichtigkeit, Gestaltungswille, Bewusstsein für Synergien, Kooperationsbereitschaft sowie Offenheit für Menschen, Dinge, Neuerungen und Gemeinwohl. 
  2. Die „Ich“-Dimension: Moderne Wir-Qualität ist anders als „das klassische Wir“, welches schnell bereit ist, den Einzelnen zu opfern. Sie verbindet gleichzeitig Miteinander und individuelle Autonomie, ist geprägt von Achtung vor dem Wert und der Würde jedes Einzelnen, weiß um die zentrale Bedeutung von psychologischer Sicherheit, ermöglicht dem Einzelnen aufrichtig da zu sein und unterstützt ihn, sein Potenzial zu entfalten und seinen Beitrag zu leisten.
  3. Die „Du“ – Dimension: In diesem Feld geht es um das konkrete Gegenüber, die Qualität persönlicher Beziehung. Dies benötigt Kompetenzen wie Initiative, Zuhören, Verstehen, Empathiefähigkeit, aber auch die Beidseitigkeit und Ausgewogenheit von persönlichen Beziehungen.
  4. Die „Es“ – Dimension: Jedes Miteinander, das nicht etwas gemeinsames Drittes im Blick hat, kann auf Dauer nicht existieren: ein „gemeinsamer“ Auftrag, verbindende Werte, Ziele, Spielregeln, Klarheit über Prozesse, Informationsfluss und Transparenz, eine Strategie, wie wir „es“ gemeinsam anpacken, regeln und verbessern.
  5. Die „Wir“ – Dimension: das Zusammenwirken im größeren Miteinander. Dies zeigt sich in der Fähigkeit, eine offene, tragfähige Wir-Identität zu leben: als Team, zwischen Teams, Abteilungen, in der ganzen Organisation. Dies benötigt die Fähigkeit zu integrieren, emotional intelligente Teams zu bauen, die Chance von Konflikten zu nutzen, effektiv, effizient und zugleich menschlich zusammenzuarbeiten – und so mehr zu bewirken, als es einem Einzelnen je möglich wäre
  6. Ihr – das „Andere“ im Blick: Hier geht es um die Fähigkeit, über das Eigene, Begrenzte hinauszusehen, die Chancen von Diversität zu begreifen. Es bedeutet, Betroffene zu sehen, einzubeziehen und zu integrieren, Dialogfähigkeit auszubauen und auch (kritisches) Feedback von außen zu suchen. Es geht darum, Schnittstellen zu optimieren und auch Kunden und Lieferanten einzubeziehen.
  7. Das große Sie: Das hebt den Blick über die eigene Organisation, die eigene Welt hinaus, erkennt die Möglichkeiten in unserer Branche, für die Stadt, die Region, das Gemeinwohl. Was können wir tun, um konkreten Nöten zu begegnen? Im Fokus sind etwa die ökologische Verantwortung oder das Mitwirken an sozialen Innovationen.
Wie hoch ist eigentlich Ihr persönlicher WeQ? Wie hoch ist der WeQ ihrer Firma? 
  • Sind Sie ein Einzelkämpfer oder ein Teamplayer? 
  • Wenn Sie an Ihre Organisation denken, behindern Sie die Entfaltung Ihres Potenzials und das Ihrer Mitarbeiter? 
  • Hüten Sie Ihr Wissen wie einen Schatz, der nur Sie etwas angeht? 
  • Wann haben Sie das letzte Mal in einem herausfordernden Projekt mit anderen zusammengesessen und haben über die beste gemeinsame Lösung nachgedacht? 
  • Wo engagieren Sie sich über die Grenzen Ihrer Branche für eine sozialere und gerechtere Welt? 
WeQ ist Netzwerk, Beziehung, Vertrauen

Das wird bei TAB bereits seit Jahren gelebt. In den vielen regionalen TAB-Unternehmerboards finden Sie diesen Raum, in dem Sie mit anderen Unternehmern über Ihre eigenen neuen Wege nachdenken und diskutieren. Sind Sie bereit für einen Paradigmenwechsel?

Autor: Dipl.Ing. Siegfried Müller, TAB-Coach und Moderator Region Peine

 

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