Mitarbeiter erfolgreich finden durch den Einsatz von Kandidaten Personas

Ralf Mathiesen Blog

Ob “Personas” bei der Mitarbeitergewinnung wirklich nützlich sind, wie man sie erfolgreich entwickelt und worauf man dabei als Unternehmer unbedingt achten sollte.

Candidate Personas: Sinnvoll oder Zeitverschwendung?

Aus der Not heraus wird beim Thema Mitarbeitergewinnung ja immer mal wieder eine „neue Sau durchs Dorf getrieben“: nun ist das Thema “Personas” oder auch “Candidate Personas” in aller Munde. Personas werden im klassischen Marketing schon seit Jahrzehnten erfolgreich verwendet, um den idealen Kunden zu beschreiben, um diesen besser zu erreichen und dann gezielt zum Kauf zu motivieren.

Wie soll das bei der Mitarbeitergewinnung gehen und was bringt das?

Im Prinzip wird das Anforderungsprofil aus der klassischen Stellenbeschreibung mit dem Ziel erweitert, den potentiellen Kandidaten* als Mensch mit seiner Persönlichkeit und seinen Wünschen besser zu verstehen.

Dieses Wissen kann Ihnen in allen Phasen der Mitarbeitergewinnung helfen: wenn Sie wissen, welche Menschen Sie für Ihre Firma gewinnen möchten, können Sie Ihre Website, Ihre Stellenanzeigen, Ihre Vertragsangebote, Ihre Arbeitgeberleistungen usw. deutlich besser darauf ausrichten. Und außerdem können Sie auch besser eingrenzen, wo Sie denjenigen suchen und finden können.

Kennen Sie den Fisch, dem Ihr Wurm schmecken soll?

Nehmen Sie die Analogie des Fischers: natürlich können Sie irgendeine Angel mit irgendeinem Köder in irgendein Gewässer halten – wenn Sie aber wissen, welcher Köder dem gewünschten Fisch schmeckt, wann/wo er zu finden ist etc., geht es doch viel leichter.

Wer ist der Mensch hinter dem Anforderungsprofil?

Es wird also zusätzlich zu den typischen Inhalten des Anforderungsprofils (Ausbildung, Berufserfahrung, bestimmte Fähigkeiten wie Sprachkenntnisse) definiert, was den Menschen ausmachen könnte/sollte: Interessen, Hobbies, Ziele, derzeitige Beschäftigung, derzeitige Arbeitgeber, demografische Daten etc. Ja, das zu erarbeiten ist schon aufwändig! Aber: sollten Sie in Ihrem Unternehmen erhebliche Schwierigkeiten haben, passende Kandidaten für Ihre offene Stellen zu finden, ist es wirklich wertvoll!

In 4 Schritten zur passenden Candidate Persona – so geht es:
1. Wer ist Ihr neuer Kandidat? Sammeln Sie Informationen
  • Haben Sie bereits Mitarbeiter, die auf das Profil des Mitarbeiters passen, den Sie suchen? Oder kennen Sie so jemand?
  • Gibt es Experten, die helfen können?
  • Versuchen Sie dann gemeinsam, sich in denjenigen, den Sie suchen, hineinzudenken. Am Besten in Form eines Brainstormings.
2. Geben Sie Ihrem Kandidaten ein Gesicht: personifizieren Sie!
  • Geben Sie der Persona dann einen Namen – oder mehrere Namen, wenn Sie mehrere Personas identifiziert haben.
  • Stellen und beantworten Sie viele Fragen zur Persona, so wie Sie Menschen beschreiben (siehe oben).
3. Wen suchen Sie genau? Viel hilft nicht unbedingt viel
  • Am Ende beschreiben Sie die Persona – nennen wir sie hier Michael – kurz, knapp und möglichst realitätsnah:
  • „Wir suchen Michael, 38 Jahre alt, verheiratet, 2 Kinder, hat xy studiert, arbeitet seit 5 Jahren beim Mitbewerber yz, in der Freizeit spielt er …. usw. Ihm ist bei einem Arbeitgeber Folgendes wichtig…….
4. Dann wird es spannend: nach was sucht Ihr Kandidat?
  • Sie haben dann ein Bild, in das Sie sich hineinversetzen können. Fragen Sie sich, wie Michael z.B. Ihre Website finden würde: findet er dort die Dinge, die Sie von anderen Arbeitgebern unterscheiden und die ihm wichtig sind?
  • Würde Ihre Stellenanzeige ihn zum Kontakt mit Ihnen motivieren?
  • Wo platziert man eine Stellenanzeige am Besten, damit er sie sieht?
  • Oder liest er gar keine Stellenanzeigen? Dann sollten Sie darüber nachdenken, wie Sie auf andere Weise seine Aufmerksamkeit gewinnen können.

Wenn Sie das konsequent durchspielen, werden sich auch bei Ihnen neue, erfolgversprechendere Wege in Ihrer Mitarbeitergewinnung ergeben. Denken Sie immer daran: der Köder muss dem Fisch schmecken…

*Es ist immer sowohl die männliche, weibliche und diverse Form gemeint.

Autor: Ralf Mathiesen, TAB Berlin-City