4 Strategien wie ich mein Team motiviere (und eine Anleitung wie ich das umsetze)

Christian Köhler Blog

Wie kann ich mein Team bei der Stange halten – ja sogar zu Höchstleistung motivieren? Geht das nur mit Geld oder doch auch anders? In Zeiten von Lockdown und Home Office eine wichtige und ganz praktische Anleitung, um Motivation und Produktivität hochzuhalten.

Ich möchte mit einer kleinen Geschichte aus meiner eigenen unternehmerischen Vergangenheit beginnen. Ich war Eigentümer einer mittelständischen Kommunikationsagentur. Zu unseren Kunden zählten unter anderem Daimler, Porsche und weitere Konzerne. Wir hatten ein Team von fast 20 fixen Mitarbeitern, zudem jede Menge freie Mitarbeiter, die wir projektspezifisch, oft kurzfristig engagierten. Natürlich waren branchentypisch die Anforderungen unserer Kunden an schnelle und vor allem wirksame Ergebnisse immer präsent und der Workload extrem hoch – Tag und Nacht, Wochenende wie Feiertag, über verschiedene Zeitzonen.

Nachdem wir immer gut verdient hatten, war meine erste Idee, die Mitarbeiter monetär teilhaben zu lassen. Ich habe mir davon Loyalität, Motivation, persönlichen Einsatz und ein wenig Dankbarkeit versprochen. Wir zahlten großzügige Boni bis zu 15 Gehälter pro Jahr. Das fanden zunächst alle super. Nach zwei bis drei Jahren hatten sich aber bereits alle daran gewöhnt und der gewünschte Motivationseffekt blieb zunehmend aus. Im Gegenteil, es wurde schon erwartet, dass man einen großzügigen Bonus bekommt und die Mitarbeiter haben sich noch nicht einmal mehr dafür bedankt.

Neben (ehrlich gesagt) meinem Ärger darüber musste ich mir jetzt überlegen, wie ich es abseits von Geld zu motivieren schaffe. Mir war absolut klar, dass spitzenmotivierte, gute Mitarbeiter unser Asset waren, der uns deutlich vom Mitbewerb unterschied.

Wie finde ich nun heraus, was meine Mitarbeiter motiviert?

Ich habe mich gefragt: Warum sollen Mitarbeiter bei uns bleiben? Die wirklich guten Mitarbeiter können jeden Tag entscheiden, wo Sie arbeiten wollen. Sie sind begehrt, wenn nicht sogar umworben. Geld ist die Basis und ohne geht es nicht, aber die wirkliche Motivation steckt in der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse wie Anerkennung, Weiterentwicklung, Geborgenheit etc. Dummerweise zieht jeder Mitarbeiter seine Motivation aus anderen Dingen. Was den einen motiviert, kann den anderen sogar demotivieren. Damit war für mich der erste wichtige Schritt:

Klare Werte & Mission

Der erste Schritt auf dem Weg eines Top-Teams ist bereits beim Zusammenstellen ganz klar zu sagen wofür Ihr Unternehmen steht, was Sie erreichen wollen und worin Ihre Mission besteht. Sie brauchen Mitstreiter, die Ihre Werte und Vision teilen. Wenn Sie das schaffen, sind Sie bereits einen Riesenschritt weiter. Wer diese Werte nicht teilt, möge sich eine andere Stelle suchen. Für mich ist das mittlerweile eines der wichtigsten Einstellungskriterien. Ich weiß, dass ohne Wertegemeinschaft in einem Unternehmen das Team immer fragil bleiben und sein Potential nicht voll ausschöpfen wird. Wer sich für seine Werte & Vision im Unternehmen interessiert, dem empfehle ich Buch oder Hörbuch “The Big Five for Life” von John Strelecky.

Zuhören & Lernen

Mit Schritt 1 haben Sie das Fundament gelegt. Nun gilt es, jeden einzelnen Ihres Teams besser kennenzulernen. Finden Sie heraus, was Ihre Teammitglieder gerne machen, was sie glücklich macht, welche Herausforderungen sie empfinden. Führen Sie Einzelgespräche mit jedem, hören Sie zu und beweisen Sie sich als effektive Führungskraft. Führen Sie mindestens einmal im Jahr ein strukturiertes, gut geplantes Mitarbeitergespräch.

Beobachten Sie Ihr Team bei der Interaktion mit Kunden, Lieferanten und anderen Mitarbeitern.

Teilt das Teammitglied seine Idee mit Ihnen und den anderen Teammitgliedern, gibt es Feedback, bleibt es lieber hinter den Kulissen? Lebt es Ihre Unternehmensvision bzw. unterstützt es diese zumindest (siehe Schritt 1)? Braucht die Person einen geregelten Ablauf oder lieber spontane Herausforderungen? Und vieles mehr, was es zu beobachten gibt.

Wenn Sie mangelnde Motivation zu entdecken meinen, sprechen Sie das Thema frühzeitig an.  Berücksichtigen Sie dabei “den Reifegrad Ihrer Mitarbeiter und die 4 Führungsstile situativer Mitarbeiterführung”.

Am Ende geht es darum herauszufinden, was Ihr Teammitglied braucht, um nicht nur Bestleistung zu liefern, sondern dabei auch zufrieden zu sein. Auch hier ein Tipp: Mit unserem Tool ProfileXT kann ich mit einem einfachen Onlinetest feststellen, ob und wie ein Teammitglied mit seinen individuellen Bedürfnissen in seine Rolle passt.

Damit sollte es Ihnen gut gelingen, die Motivatoren Ihrer Mitarbeiter zu entschlüsseln. Konkret möchte ich Ihnen zudem exemplarisch 4 wichtige Motivatoren als Gedankenanstoß nochmals in Erinnerung rufen:

4 exemplarische Motivatoren für Mitarbeiter
Motivator: Anerkennung / Feedback

Zig Ziglar sagte einmal: „Dankbarkeit ist die gesündeste aller menschlichen Emotionen. Je mehr Sie sich für das bedanken, was Sie haben, desto mehr werden Sie wahrscheinlich noch mehr Dankbarkeit zum Ausdruck bringen.“

Anerkennung und Feedback sind der einfachste und vielleicht am schnellsten ausbaubare Weg, um Ihr Team zu motivieren. Als Führungskräfte sind wir darauf gepolt, Dinge besser zu machen. Folgerichtig fokussieren wir auf Verbesserungspotentiale. Lassen Sie uns dabei nicht vergessen, das, was bereits gut ist, auch zu würdigen.

Loben Sie, es kostet nichts! 

Und wenn Sie schon loben, dann ganz spezifisch und unmittelbar z.B. “Deine Präsentation in unserem Meeting war wirklich spitze. Toll ausgearbeitete Hintergrundinformationen, die uns eine gute Entscheidungsgrundlage geben.”

Motivator: Geld / Position

Der wohl offensichtlichste Motivator. Selbstverständlich motivieren Beförderungen und Gehaltserhöhungen Mitarbeiter, insbesondere wenn es mit Lob und Anerkennung verbunden ist. Aber denken Sie an mein Einführungsbeispiel, nur Geld und Position reichen nicht aus, wenn die Unternehmenskultur nicht stimmt.

Motivator: Verantwortung

Schenken Sie Vertrauen, übertragen Sie Verantwortung. Für viele eine starke Motivation, die das Beste in den Mitarbeitern weckt. Auch der Weg zu mehr Verantwortung kann eine hohe Motivation sein. Vereinbaren Sie den Weg zu mehr Verantwortung mit dem Mitarbeiter gemeinsam. Unterstützen Sie auf dem Weg zur Verantwortung bzw. bei der Ausübung der neuen Verantwortlichkeit, dass der Mitarbeiter auch wirklich erfolgreich sein kann (im eigenen Interesse). Stellen Sie entsprechendes Mentoring, Schulungen, Trainings, etc. als unterstützende Ressourcen für den Mitarbeiter bereit.

Motivator: Wettbewerb / Zielerreichung

Für manche Menschen gibt es nichts Schöneres als zu gewinnen. Im Wettbewerb mit anderen, mit sich selbst, ganz egal. Werden Sie dem gerecht. Nicht umsonst gibt es Mitarbeiter des Monats, Vertriebsziele, Produktionsziele, etc. Führen Sie spielerisch Wettbewerbe ein. Schicht A gegen Schicht B, in diesem Monat haben wir A erreicht, im nächsten wollen wir B erreichen. Natürlich sollte es auch eine Incentivierung für die Zielerreichung geben. Diese wiederum muss nicht zwingend viel Geld kosten.

Fazit

Selbstverständlich gibt es noch einige mehr Motivatoren. Ich arbeite mit vielen Unternehmern strukturiert an dem Thema Personalrekrutierung und -entwicklung. Wir haben dabei einige fantastische Toolboxen im Einsatz, die uns sehr genau Motivatoren einzelner Mitarbeiter bestimmen und die Anforderungen des Arbeitsplatzes mit denen des Mitarbeiters an den Arbeitsplatz in Einklang bringen lassen.

Wenn Sie dazu mehr wissen wollen, schreiben Sie mir gerne eine PN.

Autor: Christian Köhler, TAB Austria & Schweiz

 

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