Neue Normalität und Veränderungsstress: So hilft das SCORE Modell

TAB The Alternative Board Blog

Gerade jetzt wird uns deutlich vor Augen geführt, dass die permanente Veränderung der äußeren Rahmenbedingungen zur neuen Normalität des Geschäftslebens geworden ist. Der Krisenmodus ist Alltag und zwingt uns auch auf persönlicher Ebene, laufend mit Veränderungen umzugehen. Wie diese Herausforderung leichter zu meistern ist, beschreibe ich im folgenden Beitrag.

Für Unternehmen ist Veränderung Fluch und Segen zugleich

Im geschäftlichen Umfeld der ständigen Veränderung ist es notwendig, agil und flexibel zu sein, um das Unternehmen laufend auf die neuen Rahmenbedingungen und Erwartungen auszurichten. New Work, digitale Transformation und Globalisierung sind nur ein paar der Trends, die durch die Corona-Pandemie beschleunigt und verstärkt wurden.  Diese Entwicklungen bieten neue Chancen, vorausgesetzt das Unternehmen reagiert schnell und gezielt darauf.

Doch um die eigene Firma erfolgreich durch diese neue Normalität zu steuern, sollten Unternehmer*innen und Führungspersönlichkeiten lösungsorientiert denken und sich laufend auf die neuen Gegebenheiten einstellen. Dies ist nicht immer leicht. Wer mit gutem Beispiel vorangehen möchte, kann die neuen Herausforderungen als Chance sehen und sich diesen bewusst stellen.

SCORE – Ein Modell zum besseren Umgang mit Veränderung

Eine erprobte Vorgehensweise, um persönlich besser mit neuen Herausforderungen umzugehen, ist die SCORE-Methode. Die folgenden 5 Schritte dienen als Anleitung:

Schritt 1: Symptome (Symptom) identifizieren: 

Im ersten Schritt stelle ich mir die Frage, welche Reaktion das aktuelle Problem offensichtlich in mir auslöst: 

  • Was tue ich jetzt mehr/zusätzlich? 
  • Was tue ich jetzt weniger/nicht mehr im Verhältnis zu vorher?
Schritt 2: Ursache (Cause) herausfinden: 

Als nächstes gilt es zu hinterfragen, was der Grund für mein Verhalten im Umgang mit dem aktuellen Problem ist. Es geht darum,  den Auslöser für meine eigene Reaktion zu finden, der oftmals in der Vergangenheit liegt, jedoch weniger augenscheinlich ist als die Symptome.

  • Was löst meine Abwehr aus? 
  • Welches Ereignis oder welche Erfahrung in der Vergangenheit könnte diese Reaktion triggern? 
Schritt 3: Zielzustand (Outcome) beschreiben: 

Ein ganz wesentlicher Schritt ist es, dass ich mir selbst ein klares Bild davon mache, wie genau ich mich in meinem gewünschten Zielzustand verhalten möchte. Dieser Zielzustand soll es mir ermöglichen, den Platz der bisherigen Symptome einzunehmen und ein kraftvolles und neues Verhalten zu erzeugen.

  • Was hat sich für mich verändert, wenn ich mein Ziel erreicht habe? 
  • Woran merke ich, dass ich proaktiv und kraftvoll mit Veränderungen bzw. Krisen umgehe? 
Schritt 4: Ressourcen (Ressource) finden: 

Als nächstes finde ich die unterstützenden Elemente, die mir persönlich helfen, den gewünschten Zielzustand zu erreichen. Dies können äußere Ressourcen oder innere Einstellungen sein, die zu meinem neuen Denken oder Verhalten führen.

  • Wer oder was unterstützt mich, mein Ziel zu erreichen? (Erfahrungen, Personen, beeinflussbare Rahmenbedingen)
  • Was stützt bzw. beflügelt mich? 
Schritt 5: Auswirkungen (Effect) abklären: 

Zum Schluss gilt es noch abzuklären, was sich für mich verbessern bzw. verändern wird, sobald ich meinen neuen Zielzustand erreicht habe. Diese systemischen Effekte können sowohl positiv als auch negativ sein.        

  • Was sind die minimalen Veränderungen, wenn ich mein Ziel erreicht habe? 
  • Was könnten die maximalen Auswirkungen sein? 
Die eigene Zukunft gestalten

Wir Menschen reagieren auf äußere Veränderung üblicherweise in unterschiedlichen Phasen, die von Leugnen, Widerstand und Angst hin zu Neugierde, Akzeptanz und Verinnerlichung des neuen Normalzustands reichen. Als Unternehmer und Führungspersonen muss es unser Ziel sein, die Zukunft aktiv zu gestalten und rasch Lösungen auf aktuelle Probleme zu finden. Wenn uns das bei uns selbst auf persönlicher Ebene gut gelingt, so ist das eine erfolgversprechende Grundlage für die Umsetzung auf unternehmerischer Ebene.

Wie das TAB-Unternehmerboard dabei hilft

Damit man solche Veränderungen nicht alleine bewältigen muss, sind die Mitglieder in unseren TAB-Unternehmerboards als gleichgesinnte Sparringspartner zur Stelle. Wir geben uns gegenseitig Rückhalt dabei, neuen Herausforderungen offen zu begegnen und richtig darauf zu reagieren. Denn gerade in schwierigen Zeiten können wir viel voneinander lernen, um gemeinsam bei der Gestaltung der Zukunft erfolgreich zu sein. 

Autor: Dr. Georg Musil, TAB Wien