Stimme – mit Wohlklang durchsetzungsfähiger sprechen

TAB The Alternative Board Blog

Die machtvolle Wirkung der Stimme nehmen wir alle täglich wahr. Ihr Klang entscheidet über Sympathie, Durchsetzungskraft und Überzeugungskraft.Im Sprechen verrät schon unsere Stimme viel über uns: Unsicherheit, Ärger, aber auch echte Aufmerksamkeit für die Zuhörer und Entschlusskraft. Mit diesen vier Schritten optimieren Sie Ihre Stimme:

Schritt eins: Die Wahrnehmung
  • Klang: Wie klingt meine Stimme  – wann? // Wann klingt meine Stimme  – wie?
  • Einflüsse: Was beeinflusst meine Stimme?
  • Reaktion: Wie reagiert meine Stimme auf Anspannung oder Druck von außen?
  • Veränderung: Wie verändert sich meine Stimme bei Ärger oder Freude?

Denn wenn Sie Ihre Stimme bewusst einsetzen wollen, hilft es die Schattierungen der eigenen Stimme fein wahrzunehmen. Diese Wahrnehmung können Sie auch durch Feedback von Vertrauten und mit einem Coach schärfen.

Schritt zwei: Das Training

Stimmtraining ist Fitnesstraining für Ihre Stimme – und zwar in drei Stufen:  

  1. Atemtechnik tief aus dem Bauch
  2. Entspannung der Stimmlippen im Kehlkopf
  3. Artikulation durch Mund-, Zahn- und Lippenstellung.
Stufe 1: Die Atmung trainieren
  • Aufrecht und mit geradem Rücken auf einen Stuhl setzen (oder im Liegen ausführen).
  • Hinterkopf leicht nach oben strecken, sodass Ihr Blick leicht nach unten gesenkt ist.
  • Bewusst Rücken und obere Schulterpartie entspannen.
  • Einen schräg unten vor Ihnen liegenden Punkt im Raum fixieren.
  • Augen während der ganzen Übung auf diesen Punkt fixiert halten.
  • Hände mit offenen Handflächen auf die Oberschenkel legen (im Liegen Hände seitlich neben den Körper legen).
  • Atmen Sie über die Nase tief in den Unterbauch ein und über den Mund wieder aus. Wenn Sie die linke Hand auf die Brust legen und die rechte auf Ihren Unterbauch, fällt es leichter, bewusst in den Unterbauch zu atmen, Sie spüren dann wie er sich hebt. Machen Sie nach dem Ausatmen eine entspannte Pause – bis ihr Körper von selbst wieder Luft holt.
Stufe 2: Die Stimme entspannen
  • Die Stimme entspannt leichtes Summen auf mmmhh.
  • Auch vor einem Vortrag oder anstrengenden Gesprächen gut als „warm up“.
Stufe 3: Artikulation trainieren
  • Hier geht es um die Zungenmuskulatur, die durch Schnalzen trainiert werden kann.
  • Wie beim Fitnesstraining gibt es auch für Sprech- und Stimmtraining Personal Trainer und weitere Angebote – eine gute Investition in die Karriereplanung!
Schritt drei: Innere Haltung

Wir haben ja schon festgestellt, dass unsere Stimme viel über uns verrät. Damit ein Gespräch in Gang kommt, geben Sie Ihrem Gegenüber deshalb am besten einen Vorschuss an Vertrauen. Menschen wollen akzeptiert und respektiert, menschlich also nicht in Frage gestellt werden.

Praxistipps zum heiklen Aspekt der Authentizität
  • Prüfen Sie Ihre Einstellung: Wollen Sie jetzt wirklich ein persönliches Gespräch führen?
  • Sind Sie offen und bereit, Ihren Gesprächspartner so anzunehmen, wie er oder sie gerade ist?
  • Wie sitzen oder stehen Sie gerade? Fühlen Sie sich in Ihrer Position sicher, aktiv und bereit für das Gespräch?
  • Nicken Sie sich in der Vorbereitung selbst zu und bestätigen Sie sich hörbar mit „mmmhh!“ Achten Sie dabei auf den angenehmen Klang Ihrer Stimme. So können Sie später im Gespräch leichter an diesen Wohlklang anknüpfen.

Übrigens: Studien haben ergeben, dass verständlich sprechen WOLLEN schon den Klang der Stimme positiv beeinflusst und das auch bei den Zuhörern ankommt!

Schritt vier: Schnelle Hilfe in Stresssituationen

Ich bin verärgert im Konfliktgespräch und meine Stimme klingt laut und schrill? Ich muss vor Publikum reden und haben Lampenfieber? Anspannung erhöht die Stimme. Sowohl Frauen- also auch Männerstimmen werden im Konflikt höher. Den sogenannten „Alarmbereich“ erreicht aber die weibliche Stimme früher.

Damit sind die hohen Tonlagen der menschlichen Stimme gemeint, die instinktiv etwa für Angstschreie oder Hilferufe verwendet werden. Was in Momenten der Lebensgefahr sinnvoll und nützlich ist, verstärkt jedoch im Streit zusätzlich die Dynamik der Auseinandersetzung.

So bekommen Sie Ihre Stimme wieder in eine entspannte Lage:
  1. Setzen Sie sich aufrecht hin, ohne sich anzulehnen.
  2. Summen Sie ganz ohne Absicht, entspannt und langgezogen vor sich hin: „mmhhh“.
  3. Bewegen Sie nun Ihren Oberkörper, Ihren Brustkorb, Ihre Schultern und Arme langsam in alle Richtungen. Räkeln und dehnen Sie sich.
  4. Achten Sie auf den Atem – und auf den Klang Ihrer Stimme. Welche Veränderungen können Sie feststellen? Wann verdichtet sich Ihre Stimme? Wann wird die Stimme dünner oder enger, wann hört sie sich gepresster an?
  5. Machen Sie Pausen beim Sprechen.

Eine wohltönende Stimme ist ein wichtiger Baustein, um sich Gehör zu verschaffen. Viel Erfolg dabei!

Autorin: Sina Vogt, TAB Rhein-Erft Kreis