Unternehmensverkauf Vol.2: Auf diese fünf Punkte kommt‘s an

TAB The Alternative Board Blog

Ein gut geplanter Unternehmensverkauf beinhaltet immer eine sorgfältige Vorbereitung und Umsetzung seitens des Inhabers. Sobald die Interessenlagen geklärt, die Zielsetzungen definiert und der Marktüberblick vorhanden ist, stellt sich die Frage: Wie gehe ich vor, wenn ich mich als Unternehmer auf einen Verkauf vorbereiten möchte?

Kriterium Zeit

Eine wichtige Frage ist hier, wie viel Zeit habe ich für den Verkauf. Dies bestimmt maßgeblich, was ich mit meinem Team alleine leisten kann und wofür externe Unterstützung oder Ressourcen, Rat und Expertise benötigt wird. Wenn Sie hier Klarheit schaffen, wissen Sie, ob Ihr Steuerberater, Anwalt und Freund die richtigen Ansprechpartner sind bzw. die erforderlichen Kenntnisse haben, um diesen Prozess zum gewünschten Ergebnis zu führen. Meine persönliche Empfehlung an dieser Stelle ist, nehmen Sie bereits für die Beantwortung dieser Fragen und bei der Zusammensetzung des Teams einen unbeteiligten Dritten mit M&A-Expertise zu Rate und setzen Sie einen klaren Prozess auf.

Unternehmens-Know-how schriftlich festhalten

Gerade eigentümergeführte Unternehmen sind oft dadurch gekennzeichnet, dass die Inhaber und  einige wenige Mitarbeiter das für die Unternehmensfortführung wirklich wesentliche Know-how nur in ihren Köpfen haben. Selten sind diese Dinge schriftlich dokumentiert. Beginnen Sie so früh wie möglich, dieses Wissen schriftlich festzuhalten. Dies gilt auch für mündliche Absprachen mit Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern. Hier hilft es, sich in die Position des Käufers zu begeben mit der Frage, „Was würde ich als Käufer dieses Unternehmens in Schriftform sehen wollen? Was würde mich bei einem Kauf nervös machen, wenn es nur mündlich abgesprochen ist?“.

Jetzt schon intern kommunizieren?

In diesem Zusammenhang stellt sich jedem Inhaber die Frage nach der Kommunikation der Verkaufsabsicht gegenüber seinen Mitarbeitern. Wie offen möchte oder kann ich als Eigentümer mit diesem Thema umgehen? Wen kann ich ins Vertrauen ziehen und wen nicht? Wer sind die Schlüsselpersonen für den Wert des Unternehmens? Wie schaffe ich Geheimhaltung? Gerade bei diesen Fragestellungen gibt es keine Patentrezepte, sondern nur die individuelle Lösung. Hier kann zum Beispiel die Bindung von Schlüsselpersonen an das Unternehmen durch deren rechtzeitige Einbindung schon werterhöhend wirken. Legen Sie unbedingt eine Kommunikationsstrategie fest und denken Sie an Ihre Reaktionen bei unvorhergesehenen Ereignissen.

In Alternativen denken

Die hohe Komplexität, der oft lange Zeitraum und die sich schnell ändernden Rahmenbedingungen erfordern aus meiner Sicht zwei wesentliche Aspekte:

  1. Die regelmäßige Überprüfung des Prozesses und der Rahmenbedingungen und
  2. mindestens einen Plan B zu verfolgen.

 Unter Umständen bietet der Plan B die einzige Chance, am Ende eine Entscheidung zwischen mehreren Optionen treffen zu können. Oft hat alleine die Existenz einer realen zweiten Option den erzielten Verkaufspreis wesentlich positiv beeinflusst oder sich als einzigen möglichen Weg erwiesen.

 Zusammenfassung: Fünf-Punkte-Plan für den Unternehmensverkauf:

Die folgenden Punkte sollten Sie bei der Planung unbedingt berücksichtigen:

1.   Interessenslagen klären
2.   Zielsetzung(en) festlegen und ggfs. anpassen
3.   Team(s) zusammenstellen
  1.     Steuerungsteam
  2.     Operatives Team
  3.     Verhandlungsteam
  4.     Kommunikation und Kompetenzen regeln
4.   Zeitplan, Projekte und Verantwortlichkeiten definieren (z.B.):
  • Vorbereitung der Dokumentationen für die Due Diligence
  • Wertsteigernde Maßnahmen durchführen
  • Interne Unternehmensbewertung vornehmen
  • Verkaufs-Memorandum erstellen
  • Ansprache und Auswahl von potentiellen Käufern
  • Verhandlungen führen
  • Vertragsgestaltung
  • Vertragsabschluss
  • Nachvertragliche Pflichten erfüllen
  • Regelmäßige Planerfüllung kontrollieren und ggfs. Planung anpassen
5.   Von Beginn an mindestens einen Plan B aufsetzen und verfolgen 
Mein Rat

Nehmen Sie sich Zeit, holen Sie sich auch die Meinung anderer Unternehmer ein. Gerade dieses sensible Thema eignet sich für ein TAB-Unternehmerboard, denn hier werden in absolut vertraulicher Atmosphäre Themen diskutiert, bei denen die Ratschläge von anderen  Unternehmern kommen, die dabei keine eigenen Interessen verfolgen.

Autor:  Bernhard Hofer, TAB Rhein-Erft-Kreis

 

 

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