Toxische Mitarbeiter*innen: So entgiften Sie eine negative Atmosphäre am Arbeitsplatz

  • Toxische Mitarbeiter
Christian Koehler Entrepreneur 500x500 1
Seine Geschäftspartner schätzen ihn als belastbaren, innovativen, detailversessenen Macher der immer einen stimmigen Plan und außergewöhnliche Lösungen parat hat.

Schlechter werdendes Betriebsklima, unmotivierte Mitarbeiter*innen, wenig Leistungsbereitschaft und veränderte Grundstimmung. Eine kontraproduktive Ausgangssituation, die Ihnen vielleicht sogar bekannt sein dürfte. Eventuell gab es in der Vergangenheit bereits Gespräche mit Ihren Angestellten oder die Konversation findet ohne die Führungsebene statt. All diese Faktoren können einen bestimmten Grund haben: toxische Mitarbeiter*innen.

Doch der Reihe nach:

WAS SIND DENN EIGENTLICH „TOXISCHE MITARBEITER*INNEN“?

Als toxische Mitarbeiter*innen werden Personen bezeichnet, die ein demotivierendes und unzufriedenes Verhalten am Arbeitsplatz an den Tag legen und dieses Verhalten auch auf andere Teammitglieder übertragen. Nicht nur schädigt ein solcher Mitarbeiter*in aufgrund seiner frustrierenden Einstellung seine eigene Produktivität und Arbeitsleistung, sondern auch andere werden durch dieses Verhalten negativ getriggert und beeinflusst.

WAS TOXISCHE MITARBEITER*INNEN IN IHREM UNTERNEHMEN ANRICHTEN KÖNNEN?

Als Führungskraft sind Sie bemüht, Leistungsträger und vielversprechende High Potentials in Ihr Unternehmen zu holen und von den Talenten, die diese mitbringen, zu profitieren. Bei diesem Prozess geschieht es aber häufig, dass Mitarbeiter*innen, die dem Unternehmen Probleme bereiten und dadurch ein enormer Kostenfaktor sind, zu wenig Beachtung geschenkt wird.

Dadurch entsteht mittelfristig ein Klima im Unternehmen, das von toxischen Mitarbeiter*innen geleitet und von den anderen mitgetragen wird. Daraus folgen erhebliche Probleme: wenig Engagement, viele Mitarbeiter*innen ziehen die Reißleine und kündigen, andere leisten plötzlich nur noch das absolute Minimum, die Leistungskurve fällt bis zum Breaking Point. Ihr Betrieb ist im Lauwarm-Modus.

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DIE VERURSACHTEN KOSTEN

Diese Talfahrt kostet Ihrem Unternehmen einiges an Geld. Neben dem Verlust von wichtigen Kenntnissen, Ersatzeinstellungen, geringer Leistung und Produktivität und wenig Effektivität, kostet es Ihnen ebenso Ihr gutes Image und auch die Stellung, die Sie als Arbeitgeber*in haben.

IHR DETOX-PLAN: SO ERKENNEN SIE TOXISCHE MITARBEITER

Toxische Mitarbeiter*innen lassen sich gut in die folgenden Kategorien einteilen, allerdings ist es wichtig zu erwähnen, dass jeder Mitarbeiter*in ein Individuum ist, das sich nur schwer in Stereotypen einteilen lässt. Seien Sie hier geduldig und beobachten Sie das Verhalten des Angestellten. Kommt ein gewisses Muster oder eine Art und Weise mit Situation umzugehen des Öfteren vor, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass diese Person Gift für Ihr Unternehmen ist.

1. DER „DAS GLAS IST HALB LEER“ TYP

Dieser Typ sieht in jeder Situation nur das Negative. Mit seiner negativen Einstellung zu Unternehmen, Job und Arbeitsumfeld zermürbt und demotiviert er Kolleg*innen schnell.

Tipp: Sprechen Sie mit dem Mitarbeiter*in und finden Sie heraus, ob die ständigen negativen Äußerungen vielleicht Symptome für eine Erkrankung wie beispielsweise Depression sein können. Nur in einem offenen und vertrauensvollen Gespräch werden die wirklichen Gründe für das ständige Schwarzmalen bekannt werden und man findet gemeinsam eine Lösung.

2. DER UNZUFRIEDENE TYP

Der Unzufriedene findet immer etwas zu meckern.

Tipp: Sprechen Sie direkt und offen mit der Person. Finden Sie heraus, warum sie offenbar mit der aktuellen Situation unzufrieden sind.

3. DER „FREMDE FEDERN“ TYP

Dieser toxische Mitarbeiter-Typ schmückt sich mit fremden Federn und erbringt selbst nicht allzu gute Leistungen.

Tipp: Machen Sie deutlich, wie demotivierend und ernüchternd dieses Verhalten ist.

4. DER KLATSCHREPORTER

Egal ob bei der Kaffeemaschine, am Schreibtisch oder in der Rauchpause – dieser Typ verbreitet stets Geschichten und Klatsch über andere Mitarbeiter*innen.

Tipp: Sorgen Sie dafür, dass offene Kommunikation gelebt wird. Sie ist sehr wichtig für ein gutes Betriebsklima.

5. DER JA-SAGER

Hiermit sind Personen gemeint, die schnell zustimmen, ihre eigene Meinung lieber zurückhalten und kein Interesse an Diskussion oder konstruktiver Auseinandersetzung haben.

Tipp: Sprechen Sie persönlich und direkt mit der betroffenen Person. Finden Sie heraus, warum sie dieses Verhalten zeigt. Vielleicht war ihr dieses Verhalten gar nicht persönlich bewusst.

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6. DER „MACH ICH MORGEN“ TYP

Was ich heut´ nicht muss besorgen, das verschieb´ ich gern auf übermorgen. Dieser toxische Mitarbeiter-Typ ist ein Meister darin, Dinge auf den Sankt-Nimmerleinstag zu verschieben.

Tipp: Setzen Sie klare Ziele und Fristen zusammen mit Ihren Mitarbeiter*innen. Achten Sie auf herausfordernde, aber machbare Aufgaben.

7. DER „STAY AT HOME“ TYP

Erkältung, Grippaler Infekt oder Unwohlsein. Für diesen Typ gibt es immer Gründe, nicht im Unternehmen zu erscheinen.

Tipp: Bieten Sie Hilfe an, das Problem zu lösen. Machen Sie aber auch deutlich, dass Sie ein Verhalten mit negativen Auswirkungen auf Kolleg*innen und Unternehmen nicht akzeptieren werden.

8. DER „ICH BIN DER BESTE“ TYP

Diese toxischen Mitarbeiter-Typen ziehen es vor, alleine statt im Team oder zusammen mit anderen zu arbeiten.

Tipp: Feiern Sie Teamerfolge und erkenne Sie diese an. Fördern Sie Gruppen- und Projektarbeit.

9. DER „ICH WEISS ES BESSER“ TYP

Andere Meinungen und Ideen zu akzeptieren gehört nicht zu seiner Stärke. Er weiß, seiner Meinung nach alles besser.

Tipp: Versuchen Sie, die Personen davon zu überzeugen, ihr wertvolles Wissen mit anderen zu teilen.

ACHTUNG: DIESES VERHALTEN IST HOCH-TOXISCH

Verhalten wie Diebstahl, Betrug, Mobbing, sexuelle Belästigung oder körperliche Gewalt ist nicht nur toxisch sondern absolut geschäftsschädigend und verwerflich. Dies sollte niemals toleriert und zumindest mit einer Abmahnung bestraft werden.

IHR DETOX-PLAN: DAS KÖNNEN SIE TUN

1. Suchen Sie das offene Gespräch

Sprechen Sie persönlich mit den Personen. Geben Sie wertschätzendes und konstruktives Feedback und finden Sie die Gründe für das Verhalten heraus. Ihre erste Priorität sollte sein, das toxische Verhalten abzustellen und gleichzeitig den Mitarbeiter*in zu behalten. Oft sind sich Personen ihres eigenen Verhaltens und der Wirkung auf andere nicht bewusst.

 2. Bieten Sie Unterstützung an

Bieten Sie den Personen Hilfe und Unterstützung an. Zeigen Sie auf, welche Verhaltensänderung notwendig ist und finden Sie gemeinsam Wege und Möglichkeiten.

3. Verweisen Sie auf mögliche Konsequenzen

Machen Sie die Konsequenzen deutlich, sollte sich das Verhalten nicht ändern. Der Mitarbeiter*in könnte das gewohnte Arbeitsumfeld verlieren oder nicht mehr in bestimmten Projekten arbeiten.

4. Ziehen Sie die Reißleine

Auch Ihre Geduld hat ein Ende und Sie müssen akzeptieren, dass sich einige Personen nie ändern werden. Sie müssen nun drastischere Maßnahmen einleiten – zum Beispiel Versetzung oder Trennung.

5. Dokumentieren Sie Ihre Schritte schriftlich

Ein negatives Verhalten kann zu arbeitsrechtlichen Maßnahmen wie Ermahnung, Abmahnung oder Kündigung führen. Daher sollten Sie sämtliche Aktivitäten schriftlich dokumentieren. Im Zweifel müssen Sie nachweisen, ob Sie wirklich alles versucht haben, das toxische Verhalten abzustellen.

Nehmen Sie das toxisches Verhalten Ihrer Mitarbeiter*innen nicht auf die leichte Schulter. Es kann erheblichen Schaden in Ihrem Unternehmen anrichten. Setzen Sie bereits sehr früh die notwendigen Maßnahmen und schaffen Sie eine gesunde, wertschätzende und kollegiale Atmosphäre im Unternehmen. Dies wird sich mittel- und langfristig positiv auswirken und den gewünschten Erfolg der Organisation ermöglichen.

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