Welche Führungsstile gibt es? Und warum keiner allein wirklich funktioniert

  • Ein starkes Team Wie Unternehmernetzwerke den Erfolg jedes Einzelnen fördern
BernhardKrug1 2

Ein Mitarbeiter kommt zu Ihnen ins Büro. Er hat ein Problem. Nichts Dramatisches – aber er braucht eine Entscheidung. Sie hören zu. Und merken sofort: Sie könnten das jetzt einfach lösen. Sie könnten sagen, wie es gemacht wird. Oder Sie könnten zurückfragen. Oder Sie könnten sagen: „Treffen Sie die Entscheidung selbst.“ Was Sie in diesem Moment tun, ist Führung. Und genau hier zeigt sich: Führung ist nichts Theoretisches. Sie passiert in genau diesen kleinen Situationen – jeden Tag, zig Mal. In diesem Beitrag geht es darum, welche fünf Führungsstile es gibt, wie sie sich im echten Alltag zeigen – und warum es nicht darum geht, den „richtigen“ Stil zu finden, sondern bewusst zu wechseln.

Führung passiert nicht im Konzept – sondern im Alltag

Wenn wir mit Unternehmerinnen und Unternehmern sprechen, hören wir selten: „Ich führe nach Modell XY.“ Was wir hören, ist eher: „Ich entscheide halt, wenn es nötig ist.“ „Ich lasse mein Team machen.” „Ich greife ein, wenn es nicht läuft.“

Das ist keine Strategie.Das ist Alltag. Und genau darin liegt die Herausforderung. Denn der eigene Führungsstil entsteht oft unbewusst.  Aus Zeitdruck. Aus Gewohnheit. Oder einfach, weil es gerade am schnellsten geht.

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  • Was das im Alltag heißt – und wie Sie unnötige Diskussionen vermeiden

    Denken Sie an Ihr eigenes Team. Vielleicht kennen Sie das Gefühl: Da wird im Hintergrund getuschelt. Wer verdient wie viel? Warum bekommt der Kollege vielleicht mehr? Das schafft Unsicherheit – und kostet Vertrauen.

    Ich habe erlebt, wie ein Handwerksbetrieb das Thema angegangen ist:
    Der Chef hat für alle Positionen eine grobe Gehaltsspanne definiert. Danach hat er offen mit seinem Team gesprochen. Keine Gehaltslisten. Keine Diskussion. Einfach erklärt, warum wer wie eingestuft ist. Das Ergebnis? Ruhe im Team. Mehr Vertrauen. Und weniger ständige Nachfragen.

    Vielleicht wäre das auch für Sie der einfachere Weg.

    1. Der autoritäre Führungsstil: Wenn es schnell gehen muss

    Stellen Sie sich folgende Situation vor: Ein Kunde beschwert sich. Ein Mitarbeiter ist unsicher. Alle schauen Sie an. Sie hören sich das kurz an und sagen dann klar:
    „Wir machen das jetzt so.“ Keine Diskussion. Keine lange Abstimmung.

    In solchen Momenten ist dieser Stil extrem wirkungsvoll. Er schafft sofort Klarheit. Viele Führungskräfte greifen genau hier instinktiv darauf zurück – und das ist auch richtig. Schwierig wird es dann, wenn genau das zum Dauerzustand wird.

    Denn wenn Entscheidungen immer von oben kommen, passiert im Team etwas ganz Natürliches: Es denkt weniger mit.

    2. Der kooperative Führungsstil: Entscheidungen gemeinsam treffen

    Andere Situation. Es geht nicht um eine schnelle Lösung, sondern um eine Entscheidung mit Auswirkungen. Sie setzen sich mit Ihrem Team zusammen.
    Fragen nach Einschätzungen. Diskutieren verschiedene Ansätze. Oft entstehen hier die besten Ideen.

    Mitarbeiter fühlen sich gehört. Verantwortung wird geteilt. Aber wir sehen auch häufig die Kehrseite: Meetings ziehen sich. Es wird viel gesprochen – aber keiner entscheidet. Dann kippt Zusammenarbeit in Endlosschleifen.

    3. Der situative Führungsstil: Je nach Situation anders führen

    Das ist der Punkt, an dem es spannend wird. Erfahrene Führungskräfte beginnen irgendwann zu merken: Es gibt nicht den einen richtigen Stil.Sondern unterschiedliche Situationen. Ein neuer Mitarbeiter braucht klare Anleitung. Ein erfahrener Mitarbeiter eher Vertrauen.

    Ein dringendes Problem braucht eine schnelle Entscheidung. Ein strategisches Thema braucht Austausch. Im Alltag heißt das: Sie entscheiden nicht immer gleich – sondern passend zur Situation. Das klingt logisch. Ist aber genau das, was oft fehlt.

    4. Der Laissez-faire Führungsstil: Viel Freiheit, wenig Eingriff

    Viele Unternehmerinnen und Unternehmer wünschen sich genau das: Ein Team, das eigenständig arbeitet. Das Entscheidungen trifft, ohne ständig nachzufragen. Also geben sie bewusst Freiraum. „Macht das bitte eigenständig.“  „Ihr kennt euch da besser aus.“ Das kann extrem gut funktionieren.

    Aber nur, wenn die Rahmen klar sind. Was wir in der Praxis oft sehen: Es wird Freiheit gegeben – aber ohne klare Erwartungen. Dann entstehen Unsicherheit, Rückfragen und im schlimmsten Fall Chaos.

    5. Der transformationale Führungsstil: Menschen entwickeln statt nur steuern

    Hier geht es nicht nur darum, dass Aufgaben erledigt werden. Sondern darum, dass Menschen sich entwickeln. Ein Beispiel: Ein Mitarbeiter macht einen Fehler. Sie könnten ihn einfach korrigieren. Oder Sie nutzen den Moment und fragen:
    „Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?“

    Dieser Stil braucht mehr Zeit. Mehr Gespräche. Mehr echtes Interesse. Aber genau daraus entstehen starke Teams. Nicht, weil alles perfekt läuft, sondern weil Menschen besser werden.

    Ein Beispiel aus dem Alltag
    Ein Unternehmer sagt einmal: „Ich dachte immer, ich gebe meinem Team viel Freiheit.“ Als wir genauer hingeschaut haben, war es eher ein Zurückziehen. Er war kaum greifbar. Entscheidungen wurden nicht klar getroffen. Das Team war unsicher, wie weit es gehen darf.

    Die Folge: Themen blieben liegen. Oder kamen am Ende wieder bei ihm zurück. Erst als er begonnen hat, bewusster zu führen, mal klarer vorzugeben, mal gezielt einzubinden, hat sich etwas verändert.

    Was wir in der Praxis immer wieder sehen

    Die wenigsten Führungskräfte sagen:  „Ich führe autoritär“ oder „Ich führe kooperativ“. In der Realität passiert etwas anderes. Man entscheidet morgens klar und direkt. Am Nachmittag lässt man alles laufen.  Am nächsten Tag diskutiert man wieder alles aus. Für einen selbst fühlt sich das normal an. Für das Team oft nicht. Dort entsteht schnell der Eindruck: Heute so, morgen so. Und genau das sorgt für Unsicherheit.

    Fazit – Die perfekte Führung gibt es nicht

    Es geht nicht darum, den perfekten Führungsstil zu finden. Den gibt es nicht. Es geht darum, bewusst zu führen.Zu merken:

    Wann braucht mein Team Klarheit?
    Wann braucht es Raum?
    Wann braucht es mich – und wann nicht?

    Das klingt simpel. Ist aber genau der Unterschied zwischen reagieren und führen. Führung zeigt sich nicht in großen Konzepten. Sondern in den kleinen Momenten im Alltag. In Gesprächen. In Entscheidungen. In dem, wie Sie reagieren.

    Unsere Erfahrung zeigt: Wirksame Führung entsteht nicht durch einen festen Stil. Sondern durch Bewusstsein.Und durch die Fähigkeit, genau das zu tun, was in der jeweiligen Situation wirklich gebraucht wird.

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